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Wenn die Seele Hilfe braucht


...sind die Mitarbeiter der Notfallbegleitung erste Ansprechpartner, und das seit zehn Jahren
Sie sind da, wenn „Not am Mann" ist, wenn die Seele Erste Hilfe braucht, wenn schlimme Ereignisse Menschen zu traumatisieren drohen: die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notfallseelsorge und Notfallbegleitung im Kreis Paderborn e.V. Seit zehn Jahren kümmern sich die Aktiven rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres um Menschen in Notfallsituationen. Der runde Geburtstag war jetzt Grund für einen ökumenischen Dankgottesdienst und eine Feierstunde in Bad Wünnenberg.

Und für einen Rückblick des Vereinsvorsitzenden, des Lichtenauer Pastors Heinrich Friesen, der unter den zahlreichen Gästen ganz besonders den Landrat des Kreises Paderborn Manfred Müller, Kreis-brandmeister Bernhard Lücke als Gründungsmitglied und Ulrich Hilkenbach als Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale in Ahden begrüßte. Sein Blick in die Vergangenheit beschäftigte sich mit der frühen Zeit der Gründung der Notfallseelsorge im Kreis Paderborn. Priester und Pastöre der verschiedenen Konfessionen waren bei einem dringlichen Notfallgeschehen oftmals nicht zu erreichen, so dass sie auch immer seltener angefordert wurden. Gleichzeitig aber erlebten Notärzte und Rettungsassistenten einen dringenden Bedarf an psychologischer Seelsorge in akuten Krisen und Notsituationen. Um einen sicheren Einsatz zu jeder Tages und Nachtzeit garantieren zu können, wurde die Notfallseelsorge ins Leben gerufen. Auf der Gründungsversammlung der NFS für den Kreis Paderborn am 21. November 2000 wurde überlegt, wie man diese „Erste Hilfe für die Seele" auch für das hiesige Kreisgebiet sicherstellen könnte.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wuchs die Gruppe kontinuierlich. Anfang 2003 meldeten sich nach einem Bericht über die NFS in den örtlichen Medien 28 Interessenten. Die Auswahlgespräche und die Ausbildung zogen sich über das ganze Jahr 2003 hin. Seit Anfang des Jahres 2005 ist diese Gruppe eingetragener Verein „Notfallseelsorge und Notfallbegleitung im Kreis Paderborn e.V." mit zurzeit 21 Mitgliedern, davon 10 Aktive in dauernder Rufbereitschaft.

Landrat Manfred Müller als Schirmherr des Vereins zeigte anhand vieler Beispiele, wie bedeutsam die Anwesenheit von Helfern in menschlichen Schockphasen ist, wie viel Trost und Hilfe sie Menschen geben können, die traumatischen Ereignissen ausgesetzt sind oder unter akuten Belastungsreaktionen leiden. Sein Dank galt allen Mitarbeitern der NFS, die Tag und Nacht bereit sind, um Beistand zu leisten, Trost zu spenden, Angst abzubauen und zu entlasten, zu begleiten und zu stabilisieren; die oftmals auch Kontakte herstellen zu Beratungsstellen oder Bezugspersonen.

Interesse an Mitarbeit?
Wer Interesse an der Arbeit der Notfallseelsorge hat und evtl. mitarbeiten möchte, kann Kontakt zum 1. Vorsitzenden des Vereins, Pastor Heinrich Friesen, aufnehmen. Tel. 0 52 95 - 18 47. Weitere Informationen: www.nfs-kpb.de

 

Bericht in der "Neue Regionale" vom 28.10.2010

Erst einmal zuhören

Eine typische Begleitungssituation: nach einem Unfall ist eine Betroffenen völlig verzweifelt. Auch wenn die Möglichkeiten eines Notfallseelsorgers begrenzt sind, so kann sie/er doch zumindest zuhören und schon dadurch Trost spenden

KREIS SOEST

Einen Satz in der Pressemitteilung über die Feiern zum zehnjährigen Bestehen des Vereins Notfallseelsorge und Notfallbegleitung im Kreis Paderborn am Samstag in Bad Wünnenberg könnte man falsch deuten. Die Gruppe sei „sehr an Nachwuchs interessiert", heißt es. Daraus ließe sich schlussfolgern: Es mangelt womöglich nicht nur in unserem Nachbarkreis an Zeitgenossen, die sich dieser schweren Aufgabe ehrenamtlich stellen wollen. Dem sei allerdings mitnichten so, versichert Heike Gösmann, die bei der Feuerwehr Lippstadt als Fachberaterin Psychosoziale Unterstützung (PSU) und Notfallseelsorge ehrenamtlich tätig ist.

Zwar macht sich etwa der Priestermangel insofern bemerkbar, als es im Notfallteam im Altkreis Lippstadt inklusive Warstein nur noch einen in der Notfallseelsorge aktiven Pfarrer gibt. „Ansonsten haben wir aber keine Nachwuchsprobleme", versichert die Lippstädterin

Zu ihrem letzten größeren Einsatz wurde Heike Gösmann am Dienstag vergangener Woche gerufen. Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 1 zwischen Erwitte und Eikeloh waren zwei Menschen ums Leben gekommen, ein drittes Unfallopfer erlag später seinen Verletzungen. Zusammen mit drei ehrenamtlichen Kollegen war die Notfallseelsorgerin der Feuerwehr Lippstadt vor Ort, um den Menschen beizustehen, die sich durch das tragische Unglück plötzlich in einer psychischen Ausnahmesituation befanden.

Es sind allerdings nicht Einsätze dieser Art, die den Alltag der Notfallseelsorger prägen, sagt Heike Gösmann. „In 90 Prozent der Fälle ist unsere Hilfe im häuslichen Bereich nötig. Menschen drohen den Boden unter den Füßen zu verlieren, wenn plötzlich ihr Kind oder Partner stirbt." Zu den  Aufgaben gehört es auch, gemeinsam mit der Polizei den Angehörigen etwa nach einem Unfall die Nachricht vom Tod eines Menschen zu überbringen. Viel tun können und wollen die Notfallseelsorger in der akuten Phase nicht. „Wir sind da, um zuzuhören oder, im übertragenen Sinne, unsere Schulter anzubieten." So gilt es in erster Linie, die Betroffenen zu stabilisieren, ihnen Orientierung zu geben.

Ob Notfallseelsorger bei einem Verkehrsunfall gerufen werden, entscheiden die Rettungskräfte. Im Altkreis Lippstadt stehen in zwei Schichten ehrenamtliche Helfer bereit - an 365 Tagen im Jahr. Die Ausbildung dauert acht Monate. Ihr schließt sich ein einjähriges Praktikum an. Dank medialer Unterstützung gelang es 2009 in Lippstadt einen neuen Ausbildungskurs auf die Beine zu stellen. Wenn auch nicht alle Teilnehmer durchhielten, durfte sich das Team dennoch über Verstärkung freuen.

Seit August 2010 sind die Notfallseelsorger-Teams in den Altkreisen Lippstadt und Soest dabei, sich noch besser zu vernetzen, um zum Beispiel gemeinsame Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zu organisieren. Eine Unterteilung der Einsatzgebiete des Kreises Soest in „Ost" und „West" bleibe aber nach wie vor sinnvoll, meint Heike Gösmann. Bis ein Notfallseelsorger aus Lippstadt, der zu einem Unfall in Welver gerufen wird, ankomme, vergehe einfach zu viel Zeit.

Bei der Feierstunde in Bad Wünnenberg sprach der Paderborner Landrat Müller dem Team im Kreis Paderborn am Samstag seinen „tief empfundenen Dank" für zehn Jahre Engagement aus. An der Feier nahmen auch Vertreter der Notfallseelsorge Lippstadt/Soest-Ost teil. Dienst am Nächsten kennt eben keine Kreisgrenzen. Das gilt ebenso für überörtliche Einsätze der Notfallseelsorger.

Bericht im PATRIOT, erschienen am 25.11.2010

Jubiläum, 10-jähriges Bestehen

Jubiläumsfeier der Notfallseelsorge und Notfallbegleitung im Kreis Paderborn e.V. am 20. November 2010

 

Mit einem ökumenischen Dankgottesdienst in der Immanuel-Kirche in Bad Wünnenberg begannen die Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der Gründung der Notfallseelsorge und Notfallbegleitung im Kreis Paderborn e.V.  Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch Vicky Preus und ihre Band.

Anschließend begrüßte der 1. Vorsitzende, Heinrich Friesen, die zahlreichen Gäste, u. a. den Landrat des Kreises Paderborn Manfred Müller, den Kreisbrandmeister Bernhard Lücke als Gründungsmitglied, den Leiter der Kreisfeuerwehrstelle Ahden, Ulrich Hilkenbach, die Vertreter der Notfallseelsorgeorganisationen aus Nachbargebieten und andere Gäste.

Sein Blick in die Vergangenheit beschäftigte sich mit der frühen Zeit der Gründung der Notfallseelsorge im Kreis Paderborn. Priester und Pastöre der verschiedenen Konfessionen waren bei einem dringlichen Notfallgeschehen oftmals nicht zu erreichen, so dass sie auch immer seltener angefordert wurden. Gleichzeitig aber erlebten Notärzte und Rettungsassistenten einen dringenden Bedarf an psychologischer Seelsorge in akuten Krisen- und Notsituationen. Um einen sicheren Einsatz  zu jeder Tages- und Nachtzeit garantieren zu können, wurde die Notfallseelsorge ins Leben gerufen. Auf der Gründungsversammlung der NFS für den Kreis Paderborn am 21. November 2000 wurde überlegt, wie man diese „Erste Hilfe für die Seele“ auch für das hiesige Kreisgebiet sicherstellen könnte.Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wuchs die Gruppe kontinuierlich. Anfang 2003 meldeten sich nach einem Bericht über die NFS in den örtlichen Medien 28 Interessenten. Die Auswahlgespräche und die Ausbildung zogen sich über das ganze Jahr 2003 hin.

Seit Anfang des Jahres 2005 ist diese Gruppe eingetragener Verein „Notfallseelsorge und Notfallbegleitung im Kreis Paderborn e.V.“ mit zurzeit 21 Mitgliedern, davon 10 Aktive in dauernder Rufbereitschaft. Landrat Manfred Müller übernahm die Schirmherrschaft.

Zum Schluss seines Rückblicks aus 10 Jahre erfolgreiche Arbeit im Dienste am Mitmenschen lobte H. Friesen das außerordentlich gute Klima der Gruppe, den Teamgeist und die gegenseitige Hilfsbereitschaft. Er brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass der Verein Notfallseelsorge und Notfallbegleitung zurzeit gut aufgestellt ist und den Anforderungen ihrer Aufgaben voll entspricht.

Nach diesen Ausführungen ergriff Landrat M. Müller als Schirmherr des Vereins das Wort. Er sprach den Mitgliedern seinen tief empfundenen Dank für ihre Arbeit aus. Ausgehend von persönlicher Erfahrung brachte er zum Ausdruck, wie ungeheuer wichtig der Dienst am Menschen in Not sein kann. In vielen Beispielen zeigte er, wie bedeutsam die Anwesenheit von Helfern in menschlichen Schockphasen ist, wie viel Trost und Hilfe sie Menschen geben können, die traumatischen Ereignissen ausgesetzt sind oder unter akuten Belastungsreaktionen leiden. Sein Dank galt allen Mitarbeitern der NFS, die Tag und Nacht bereit sind, da zu sein für andere, Beistand zu leisten, Trost zu spenden, Angst abzubauen und zu entlasten, zu begleiten und zu stabilisieren, zuzuhören und Rat zu geben; die oftmals auch Kontakte herstellen zu Beratungsstellen oder Bezugspersonen.

Auch der Kreisbrandmeister B. Lücke und der Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale in Ahden U. Hilkenbach sprachen ihren großen Dank aus für eine bewundernswerte 24-stündige Rufbereitschaft Tag und Nacht.

Zum Abschluss des gelungenen Jubiläumsfestes stand ein Imbiss und gemütliches Beisammensein auf dem Programm.

Wer Interesse an der Arbeit der Notfallseelsorge hat und evtl. mitarbeiten möchte, kann Kontakt zum Vorsitzenden des Vereins, H. Friesen aufnehmen. Tel. 05295 1847.

 

Bericht über unser Jubiläum für die Medien von Hermann Fromme